2011 war eines der anstrengendsten Jahre für die Schleizer Feuerwehr Jahreshauptversammlung der Schleizer Feuerwehren mit Rückblick
Jahreshauptversammlung der Schleizer Feuerwehren mit Rückblick
Bild links: Polizeioberrat Matthias Zacher, Leiter der PI Saale Orla; Bild rechts der kürzlich neu gewählte Landrat des Saale- Orla- Kreises Thomas Fügmann
Feuerwehren in Schleiz ziehen Bilanz (Bericht der OTZ vom 05.02.2012)
Die Freiwillige Feuerwehren der Stadt Schleiz ziehen Jahresbilanz. 181 Einsätze mit rund 5000 Einsatzstunden geleistet. Weiter ungelöst ist die Verfügbarkeit aktiver Feuerwehrmitglieder in der regulären Arbeitszeit. Gotthard Seidel gehört mit 77 Jahren zu den ältesten Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr in Schleiz. Der Möschlitzer wurde von Bürgermeisterin Heidemarie Walther für das seltene Jubiläum von 60 Jahren Zugehörigkeit zur Feuerwehr geehrt.
Schleiz. Die Freiwillige Feuerwehr Schleiz ist mit Abstand die Feuerwehr mit den meisten Einsätzen im Landkreis. Ein Fakt, den Landrat Thomas Fügmann (CDU) bei seinem ersten öffentlichen Auftritt am vergangenen Freitagabend im Schleizer Gerätehaus zur Jahreshauptversammlung aller Schleizer Wehren würdigte. 181 Einsätze, davon 103 technische Hilfeleistungen mit etwa 5000 Einsatzstunden stehen zu Buche. Damit bleiben die Zahlen weiter sehr hoch im Vergleich der vergangenen Jahre.
Stadtbrandmeister Ronny Schuberth, Wehrleiter Axel Wöhrle sowie die Ortsbrandmeister gaben einen Überblick, was die Mitglieder der Wehren im aktiven Dienst, aber auch bei der Unterstützung örtlicher Veranstaltungen auf die Beine stellten und erinnerten an viele Einsätze in Wort und Bild.
Die Brandbekämpfung gehört bei der Schleizer Feuerwehr längst zu den Ausnahmen. Nur 30 der insgesamt 181 Einsätze 2011 hatten etwas mit Feuer zu tun. An allererster Stelle stehen technische Hilfeleistungen. Und auf manchen Einsatz hätten die Feuerwehrmitglieder auch lieber verzichtet. Zum Beispiel der schwere Verkehrsunfall am 13. Oktober, bei dem eine Polizeibeamtin in Oberböhmsdorf ums Leben kam.
Schuberth nahm den Unfall als Ausgang für seinen Jahresrückblick und schilderte minutiös die Zeit von seiner eigenen Alarmierung bis zur schrecklichen Erkenntnis vor Ort, dass hier ein Mensch, den man persönlich kennt, sein Leben verloren hat. In diesem Zusammenhang erinnerte er daran, dass es bei diesem Einsatz und über einen Zeitraum von fünf Monaten im vergangenen Jahr zu Problemen in Schleiz und im Landkreis mit dem Funknetz für die Alarmmeldeempfänger kam und einige Mitglieder nicht alarmiert wurden. Die Feuerwehr habe hier durch "energisches Auftreten gegenüber den Verantwortlichen diese Probleme für die Landkreise Saale-Orla und Saalfeld-Rudolstadt inzwischen nahezu gelöst".
Die personelle Einsatzbereitschaft der Schleizer Feuerwehren habe sich trotz intensiver Bemühungen durch die Wehren selbst auch 2011 nicht wesentlich verbessert, schätzte der Stadtbrandmeister ein, sie sei "aber noch nicht existenziell gefährlich". Hauptproblem sei die Anzahl der verfügbaren Einsatzkräfte während der Arbeitszeit. "Die Feuerwehren allein werden dieses Problem nicht lösen können. Wir brauchen die volle Unterstützung der gesamten Stadtverwaltung, der Bürgermeisterin und des Stadtrates. Die Politiker des Landkreises und des Landes sind ebenfalls gefragt", so Schuberth.
Für die Feuerwehren der Stadt Schleiz wurden 2011 insgesamt 192 096,35 Euro ausgegeben, davon 40 769,24 Euro für neue Investitionen. Rund 102 000 Euro konnten durch Einnahmen aus kostenpflichtigen Einsätzen, durch freiwillige Leistungen und sonstigen Einnahmen erwirtschaftet werden.
Der Aufwand für die Erhaltung und Pflege der Technik der Feuerwehren sei in der Freizeit nicht zu gewährleisten, so Ronny Schuberth. So wurden allein durch Frank Reißig, der im städtischen Bauhof beschäftigt ist, im Jahr 2011 fast 650 Stunden erbracht für Wartungs- und Pflegearbeiten an Technik und Gebäude im und rund um die Gerätehäuser der Stadt Schleiz.
Für die Polizeiinspektion Saale-Orla dankte Matthias Zacher für die gute Zusammenarbeit und sprach die Hoffnung aus, dass die Politik angesichts der guten Arbeitsbedingungen der Feuerwehren einen Blick zu Polizei werfen möge, bei der sich z.B. in Schleiz über 100 Beamte eine Dusche teilen.
Bürgermeisterin Heidemarie Walther (FDP/BI) dankte den Wehren auch, dass sie in Eigenleistung den Umbau eines Rüstfahrzeuges bewerkstelligt haben. Sie kündigte für 2012 u.a. den Umbau der Scheune in Lössau an zu einem Vereins- und Gemeinschaftshaus und sagte eine Prüfung des Vorschlages zu, Firmen mit einem Schild "Partner der Feuerwehr" zu ehren, die Mitarbeiter für die Einsätze freistellen.










