Jahreshauptversammlung 2016 – 21.03.2016

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Ronny Schuberth und Axel Wöhrle für weitere fünf Jahre an der Spitze der Schleizer Feuerwehren bestätigt. Die Statistik weißt für 2015 insgesamt 177 Einsätze aus. Ein Zukunftsplan für Gerätehäuser.

Von Uwe Lange

Schleiz Ronny Schuberth und Axel Wöhrle werden als Stadtbrandmeister und dessen Stellvertreter für weitere fünf Jahre an der Spitze der Schleizer Feuerwehren stehen. Zur Jahreshauptversammlung am Freitag sprachen ihnen 56 im Gerätehaus anwesende Einsatzkräfte ihr Vertrauen aus. Insgesamt zählen alle Schleizer Feuerwehren gegenwärtig noch 127 aktive Kameradinnen und Kameraden.

Beide nahmen sie diese Wahl auch an, aber mit der Ankündigung eines Rücktrittes im Falle einer Gebietsreform – die mit einiger Sicherheit eine weitere Vergrößerung ihres Verantwortungsbereiches mit sich bringen würde. Nun könnte da jemand anmerken: „Aber das sind doch zwei lang gediente und gestandene Feuerwehrmänner…“. Um möglichen Irritationen vorzubeugen, sei an dieser Stelle aus dem Schlusswort des neuen, alten Stadtbrandmeisters zitiert: „Wir haben so entschieden, nicht weil wir gegen eine Gebietsreform sind. Im Gegenteil – wir sind dafür, dass sie kommt. Zumindest was die Gemeinden betrifft. Aber wir werden dann so wie bisher, in diesem Ehrenamt nicht weiterarbeiten können.“ Beide bekundeten sie ihre Bereitschaft, bis dahin in dieser Führungsposition alles für die Stadt zu tun. Aber bei einem dann möglichen Dazustoßen weiterer Wehren, sei das – was Arbeitsintensität und -umfang angeht – als „Ehrenamtlicher“ nicht mehr zu leisten.

Alle Einsatzkräfte kamen unbeschadet zurück

In rund dreieinhalb Stunden wurde am Freitag im Gerätehaus vieles angesprochen. Aus Platzgründen hier die Kurzfassung einer Bilanz für 2015: „Die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Schleiz konnten im vergangenen Jahr alle gestellten Aufgaben in höchster Qualität erfüllen.“ Die Feuerwehrmänner und -frauen waren bei insgesamt 177 Einsätzen (davon 12 für die Ortsteilwehren) gefordert. Seit 2011 bewegt man sich hier auf einem nahezu gleichhohem Level. Ohne Brandsicherheitswachen und Absicherungen von Veranstaltungen, waren das 113 Hilfeleistungen, 33 Brände und 20 Auslösungen von Brandmeldeanlagen.

In den vergangenen zwölf Monaten retteten die Einsatzkräfte 29 Menschen aus Notlagen und betreuten 79 Personen nach Unfällen oder anderen Ereignissen. Außerdem konnten nach Aussage des Stadtbrandmeisters alle Gefahrensituationen auf das vorgefundene Maß begrenzt oder komplett beseitigt werden. Besonders wichtig dabei dürfte die Feststellung von Ronny Schuberth gewesen sein, dass alle Kameradinnen und Kameraden unbeschadet und gesund von ihren Einsätzen zurückkehrten. „Wir haben in den letzten zehn Jahren keinen wirklich schwerwiegenden Unfall gehabt. Das zeigt uns auf welchem Ausbildungs-, aber auch auf welchem Sicherheitsstand – was die Technik betrifft – wir sind“, so der weiterhin „Erste Feuerwehrmann“ der Kreisstadt.

Eingeschätzt wurde für 2015 pauschal, dass trotz rückläufiger Mitgliederzahl die Feuerwehren der Stadt Schleiz in den vergangenen zwölf Monaten grundsätzlich einsatzbereit waren. Die Aufgaben werden nicht weniger, das zur Verfügung stehende Personal aber schon. Deshalb laufen auch überall Bemühungen, jungen Menschen für die Feuerwehr zu interessieren – hier geht es aber nur mühsam voran. „Ich hoffe doch irgendwann auf diese Formel aus Oberböhmsdorf wie das geht, fünf Mann auf einmal zu bekommen. Die haben sie uns noch nicht verraten…“, meinte Ronny Schuberth mit einem Schmunzeln. In Zahlen ausgedrückt, ging die Anzahl der aktiven Einsatzkräfte zwischen den Jahren 2015 und 2016 um zehn auf 127 zurück.

Aufwand erhöht sich für die Stützpunktwehr

Ein dickes Dankeschön ging an alle Arbeitgeber, die Feuerwehrangehörige aus Schleiz und den Ortsteilen beschäftigen. Sie stellen diese regelmäßig frei. Sorgen gibt es aber wiederum mit den Ortsteilen, denn Mangels größerer Firmen dort, arbeiten viele feuerwehrmäßig Engagierte auswärts, was sich auf die Einsatzbereitschaft tagsüber niederschlägt. Und je mehr eben diese Einsatzfähigkeit kleinerer Feuerwehren im Umland schwindet, umso mehr erhöht sich der Aufwand für die Stützpunktfeuerwehr im Falle eines Einsatzes. Fast ein gordischer Knoten also, für den aber nicht nur in Schleiz noch Lösungen gesucht werden.

Löschwasserversorgung und Gerätehäuser

Was die technische Einsatzbereitschaft der Feuerwehren angeht, sprach Ronny Schuberth an, dass sich die Frage der Löschwasserversorgung noch nicht zufriedenstellend geklärt hat. So gab es keine Verbesserungen bei der Nutzung der Wisenta bei Schleiz und Langenbuch als Löschwasserreservoir. Gleiches gilt für den Teich in Langenbuch, der nur noch bedingt nutzbar ist. Die Kameraden dort bekommen aber eine zweite Tragkraftspritze, dass sie die Wasserversorgung für den Ort aus der Wisenta bewerkstelligen können. Auch durch das Engagement des Zweckverbandes, hat sich die Situation bei den Hydranten im Stadtgebiet etwas entspannt. Aber schon allein aus Kostengründen, ist das kein Allheilmittel – da hier Trinkwasser fließt.

Angemahnt wurde bei der Stadt ein Zukunftsplan für Gerätehäuser. Dabei sind die Bedingungen in Gräfenwarth ungenügend, ist das Objekt in Lössau in schlechtem Zustand. Als noch befriedigend wurden die Verhältnisse in Grochwitz, Oberböhmsdorf und Langenbuch eingeschätzt. Gute bis sehr gute Bedingungen haben Schleiz und Möschlitz – wobei es beim rund 15 Jahre in Betrieb befindlichen Schleizer Komplex ebenfalls schon Reparaturbedarf gibt.

Kommentar der OTZ (Uwe Lange) 21.03.2016

Es steckt viel mehr dahinter

Uwe Lange findet, dass die in unser aller Interesse handelnden Feuerwehren jede Unterstützung und auch Anerkennung von außen verdienen.

Hörte man früher die Feuerglocke, rannten die Leute los um das Feuer zu löschen. Das war einst die Pflicht eines jeden Bürgers – wie Juergen K. Klimpke am Freitag anmerkte. Hört man heute ein Sondersignal, blicken wir vielleicht kurz mal auf und gehen dann wieder unserem Alltag nach. „Da ist wieder was los…“, heißt es eventuell auch mit dem Wissen, dass da jemand ist, der sich schon darum kümmert. Klar sind sie da, die „Profis“ von Feuerwehr, DRK und Polizei – die keiner missen möchte, wenn er sie braucht und die allesamt einen guten Job machen. Bleiben wir aber bei der Feuerwehr, in unseren ländlichen Breiten noch mit dem Zusatz „Freiwillige“ versehen. Wohlweißlich noch, denn allesamt haben ein Personalproblem. Es fehlt an denen, die Brände löschen, Unfallopfer bergen, Menschen oder auch Tiere retten, sich mit Gefahrgut auskennen beziehungsweise auch mal „nur“ eine Ölspur kehren. Freiwillig wohlgemerkt! All das können sie nur, wenn sie auch ausbildungsmäßig fit sind. Also wieder (Frei)Zeit, die fürs Gemeinwohl drauf geht – man nicht bei der Familie sein kann. Nur am Rande erwähnt seien die Stunden, die für Wartung und Pflege der Technik und Ausrüstung Verwendung finden. Und ein wenig Kultur machen die von der Feuerwehr ja faktisch nebenbei ja auch noch. Herausgehört habe ich bei der Veranstaltung letzten Freitag, dass alle mit Herz und Einsatz bei der Sache sind. Sie sich aber vielfach wünschen, dass ihr Wirken in der Gesellschaft auf mehr Anerkennung und bei den Entscheidungsträgern auf mehr Unterstützung stößt. So dass sie sich, was das „Kämpfen“ angeht, wieder mehr auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können .

Jahreshauptversammlung 2016 – 21.03.2016
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