Übung 20080624 – 18.05.2009

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Löschwasser 40 m weiter unten

Bericht OTZ vom 18.05.2009

Fünf Feuerwehren proben den Ernstfall unter dem Dach von Schloss Burgk Von Judith Albig Burgk. Das 600-jährige Schloss steht unmittelbar an der Saale. Und doch ist das Wasser weit weg. Als fünf Feuerwehren der Region am vergangenen Sonnabend den Ernstfall probten, mussten sie das Löschwasser ca. 40 Meter in die Höhe pumpen. Dazu kam, dass die Anschlussleitung unterhalb des Haupthauses an einer Uferstelle aus der Erde tritt, die mehreren Männern kaum Raum zum Agieren lässt und dass das schwere Gerät zudem sowohl von der Staumauer Burgkhammer, als auch von Burgk aus nur zu Fuß herangeschleppt werden kann.

Im Winter könnte das für die Feuerwehrleute selbst, die ja anderen zu Hilfe eilen, zu einer Katastrophe werden. Verständlich, dass alle schnauften und mancher mit den Augen rollte – eine Meisterleistung aber, dass die Remptendorfer, Oschitzer und Möschlitzer Kameraden es am Sonnabend dennoch schafften.

Ihre "Kollegen" aus Schleiz hatten es unterdessen rund 75 Meter weiter oben nicht besser. Unter das Dach über dem Rittersaal hatten sie mit Atemschutzgerät über 91 Stufen bzw. 35 Meter nach oben zu dringen – "eine Viecherei" -, um eine verletzte Person in dem nur spärlich beleuchteten, verrauchten Raum zu retten.

Hier stellte sich die ohne Halterungen steil nach oben zu führende Leitung als technisch unlösbar und der über die enge Wendeltreppe hinunter zu schleppende Verletzte als körperlich nicht zu bewältigen heraus. Nicht zuletzt diente die Übung genau solchen Erkenntnissen, und die entsprechende Suche nach neuen Lösungen für den Brandschutz im Schloss steht bei den verantwortlichen Stellen des Landkreises als Eigentümer bevor.

Ein unentbehrliches Glied in der generalstabsmäßig aufgebauten Helferkette bei der Übung waren auch die Kameraden der kleinen Burgker Feuerwehr, die zunächst eine Löschwasserleitung aus dem kleinen Teich am Schloss zum Schlossgebäude und anschließend die Verbindung von der Leitung aus der Saale zum Auffüllen des Teiches oben am Schloss schufen.

Undenkbar das Ganze im Ernstfall freilich ohne die Rettungskräfte des DRK. Auch sie waren bei der Übung, um einen praxisnahen Einblick in die Situation vor Ort zu bekommen.

Positiv war die Überraschung beim Löschwasserzufluss aus der Saale. 700 Liter in einer knappen halben Minute mit nur einer Pumpe – das reicht nach der Einschätzung der Fachleute völlig aus, zumal der kleine obere Teich zu Beginn eines Löscheinsatzes erst einmal einen guten Puffer bietet. Im Ernstfall wird man deshalb auf die zweite Pumpe am Saale-Ufer verzichten können.

Nur sechs Minuten nach dem Sirenenton hieß es "Wasser marsch" aus dem kleinen Teich, 31 Minuten dauerte es, bis das Wasser aus der Saale zur Verstärkung da war, und nach 20 Minuten schon waren Kameraden bei dem Verletzten in dieser extremen Höhe.

Übungschef Stadtbrandmeister Ronny Schuberth, der Kreisbrandmeister Uwe Tiersch sowie alle Beobachter und Protokollanten schätzten anschließend ein: "Eine gute Arbeit von allen" und eine hervorragende Übungsmoral, sprich:hoher Einsatz auch, nachdem sich zeigte, dass kein Ernstfall vorliegt.

Gewappnet sein

Kommentar (OTZ 18.05.2009)

Von Judith Albig Es ist ein ziemlich unwahrscheinlicher Fall, dass unter dem Dach über dem Rittersaal von Schloss Burgk, 91 Stufen und geschätzte 35 Meter hoch, bei einem Brand ein Verletzter liegt. Doch viele Situationen, in denen ein Unglück passiert, sind ziemlich unwahrscheinlich, und auch bei denen – oder gerade da! – braucht man Hilfe. Denkbarer ist schon ein Brand an sich – ohne einen Menschen, der auf dem Dachboden herumläuft. Für diesen Fall stellte man bei der Übung, über die wir auf unserer zweiten Lokalseite berichten, Mängel fest, die nun behoben werden müssen. Es ist schon beruhigend, dass Männer sich den Stress antun, ihre Hilfe bei wahrscheinlichen und unwahrscheinlichen Gefahrensituationen zu trainieren. Und es ist gut, dass sie dafür gewappnet sind.

Übung 20080624 – 18.05.2009
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