Schleiz. Bei einer gemeinsamen Übung von Einsatzkräften der Feuerwehren aus Schleiz , Oettersdorf und Möschlitz sowie den Mitarbeitern des Schleizer Krankenhauses wurde am Dienstagabend das richtige Verhalten bei einem Brandfall im Gebäudekomplex trainiert.
Für das Krankenhauspersonal war dies ein regelrechter Spagat. Schließlich mussten sowohl simuliert die Sicherheit der Patienten gewährleistet, als auch reale Notfälle behandelt werden. Es herrschte auch gespannte Stille unter den Beobachtern vom Landratsamt und des Krankenhauses, als sich nach der Betätigung des Handmelders im Eingangsbereich die stählernen Brandschutztüren mit einem dumpfen Geräusch schlossen.
S ogleich klingelten die Telefone. Gemäß des Alarmplanes des Krankenhauses meldeten sich alle Abteilungen, um ihren aktuellen Status durchzugeben. Parallel koordinierte die leitende Ärztin das Vorgehen aller Angestellten und registrierte die Anzahl aller im Haus befindlicher Patienten für eine etwaige Evakuierung. Unterschieden wurde dabei, ob die Betroffenen aus eigener Kraft laufen könnten oder nur mittels Krankenbett aus einer Gefahrenzone gebracht werden müssten. Außerdem wurden dabei die Aufnahmekapazitäten von anderen, nicht zu evakuierenden Stationen geprüft sowie die Aufnahme Evakuierter in umliegende Krankenhäuser.
Die durch die Rettungsleitstelle gegen 18.45 Uhr alarmierten Feuerwehren eilten zum Schleizer Krankenhaus. Ein erster Löschangrifftrupp kam durch den Haupteingang und ging über das Treppenhaus zwischen Alt- und Neubau in den ersten Stock. Dort lag das durch eine Nebelmaschine simulierte Brandzentrum in einem Technikraum. Unter Atemschutz kontrollierte das Duo den vernebelten Flurbereich Raum für Raum. Eine deutliche Herausforderung bei einer Sichtweite unter zwei Metern.
Hinzu kam, dass beim analogen Funk durch die massive Bausubstanz des Krankenhauses aus Stahlbeton ab und zu Verbindungsstörungen auftraten. Solche Ärgernisse werde es nach der Einführung des Digitalfunks nicht mehr geben, kommentierte Stadtbrandmeister Ronny Schuberth bei einer ersten kurzen Auswertung der Übung.
Parallel zum Einsatz des ersten Angriffstrupps platzierte sich das Hilfeleistungsfahrzeug (HLF) 20 unmittelbar neben dem simulierten Brandbereich, um weitere Trupps ins Gebäude zu schicken. Die Löschwasserversorgung wurde dabei über das dortige Hydrantensystem hergestellt. Eine zweite, stabile Löschwasserversorgung wurde von der Wisenta aus durch die Feuerwehren aus Möschlitz und Oettersdorf realisiert. Dabei kam eine technische Panne bei der Möschlitzer Pumpe zutage – sie wollte nicht anspringen. Vor dem Haupteingang des Schleizer Krankenhauses wurde die Drehleiter in Stellung gebracht – vor allem, um eine Rettung aus oberen Stockwerken gewährleisten zu können.
Georg Detter , Geschäftsführer der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH , zu dem das Schleizer Krankenhaus gehört, dankte den Einsatzkräften und seinen Angestellten für ihre gezeigte Leistung. „Es ist gut und höchst notwendig, dass wir eine solche Übung durchführen. Entscheidend ist die Zeit von der Alarmierung bis zum Eintreffen der Feuerwehr. In dieser Zeit muss der Alarmplan funktionieren und das hat exzellent geklappt“, resümierte er.
Die Pläne des Krankenhauses für Brand und kreisweite Katastrophenfälle würden zwei Mal im Jahr geprüft und bei Bedarf überarbeitet. Eine Brandübung im Krankenhaus sollte es jedes Jahr geben. Den Einsatzkräften versprach Detter eine Spende in Höhe von 500 Euro. Stadtbrandmeister Schuberth dankte dafür und stellte fest, dass die Übung trotz kleinerer Probleme deutlich besser verlaufen war, als jene vor fünf Jahren. Ein gutes Stück Sicherheit stellten die Brandschutztüren da, die 90 Minuten lang dem Brand in einem Abschnitt standhalten würden. Eine detaillierte Auswertung der Übung werde in den kommenden Tagen erfolgen.




